Enttäuschendes Abschneiden von Sofie und Olaf bei den SEM
Die Runden im Einzelnen:
Runde 1:
Bei Olaf stand das Turnier schon vor Beginn unter einem sehr ungünstigen Stern. Am Abend vor der 1. Runde schaute er 1 Stunde nach der Auslosung ins Internet nach seinem Gegner und bereitete sich mehrere Stunden auf diesen vor. Leider hatte die Auslosung so keinen Bestand (vermutlich weil ein Spieler kurzfristig ausfiel) und er musste die beiden ersten Runden gleich gegen die beiden Topgesetzten ran.
Gegen den amtierenden + auch neuen CH Seniorenmeister FM Rüetschi spielte er eigentlich eine Glanzpartie und fand ein fast schon surreal anmutendes Opfer über 8 Züge. Dafür benötigte er leider aber auch über 1 Stunde Bedenkzeit und in der darauf folgenden Abwicklung brachte er die Abfolge der Züge durcheinander ( im 3. Zug der Kombination erst Sxf7 und dann Se4 statt umgekehr). Das ermöglichte dem Gegner einen Zwischenzug und so verlor er die Partie sogar noch, weil der Gegner dann aus dem Mattnetz schlüpft. Sehr unglücklicher Beginn!
Sofie hatte mit der Nr. 7 der Rangliste auch einen starken Gegner und geriet schon in der Eröffnung unter Druck. Diesen konnte der Gegenspieler dann in materiellen Vorteil verwandeln und so verlor auch sie.
Runde 2:
Olaf hatte mit FM Hugentobler den 2. der Setzliste. In der Vorbereitung wollte Olaf eigentlich den gefürchteten Rosselini Sizilianer des Gegners umgehen. Das war aber ohne Positionsnachteil nicht möglich. Immerhin gelang es, dass der weißfeldrige Läufer auf c6 nehmen konnte + er nicht mit dem b-Bauern nehmen muss, was zu schnellem Ausgleich für Schwarz führte. Mit aktivem Gegenspiel am Königsflügel und einer Stellung, die mehr Königsindisch als Sizilianisch ähnelte hätte er schon in klaren Vorteil kommen können, aber diese Kombi ist eher Computerschach + schwer zu sehen. Stattdessen sicherte er sich einen immerwährenden kleinen Vorteil in einer komplizierten Stellung und konnte dann einen Bauern gewinnen und in ein D + T + Mehrbauern Endspiel abwickeln. Leider verbrauchte er dafür fast seine ganze Bedenkzeit und bot remis. Der Gegner überlegte recht lange, das gab Olaf die Chance etwas tiefer noch in die Partie zu schauen und bereute sofort das Remisangebot, dass der Gegner dann leider annahm. Statt möglichen 2/2 zum Start und möglichen Titelhoffnungen dann gleich fast am Ende der Tabelle.
Sofie sah sich auch in Runde 2 einem nominell stärkeren Gegner gegenüber und verlor. Von dieser Partie habe ich fast nichts gesehen.
3. Runde
Olaf hat den 3. FM en suite. Nach 17 Zügen und Stellung 0,0 mit 18 Min Restbedenkzeit remis angenommen. Halbwegs ok.
Sofie spielte eine gute Partie und gewann souverän.
4. Runde
Olaf spielte eine gegen den Maroczy Sizilianer das eher seltene Sg4 und es entstand eine dynamische Stellung mit leichten Vorteilen für ihn mit einem bärenstarken Springer auf d4. Nur muss man diesen irgendwann einmal wieder zurückziehen bzw. umgruppieren von d4 über c6 nach e5. Das kam zu spät und so stand Olaf ganz klar auf Verlust. Mit einer starken kämpferischen Leistung in beiderseitger Zeitnot schaffte er es in ein ungleichfarbiges Läuferendspiel mit teilweise 2 Bauern weniger aber klarer remis Stellung.
Sofie hatte es mit Startrang 2 zu tun und spielte eine richtig gute Partie. Das L-Paar war bärenstark dazu das dominante Bauernpaar auf e5 + d5. Sofie konnte dann eine Figur gewinnen mit Th1 und stellte stattdessen leider den wichtiger e5 Bauern ein. Es ist so wichtig, immer das ganze Brett im Auge zu behalten.
5. Runde
Für Olaf der absolute Tiefpunkt des Turniers. Mit W im Königsgambit schon nach 6 Zügen auf Verlust (wichtiges Zwischenschach "vergessen" zu geben) und nach 11 Zügen verloren. Peinlich !
Sofie mit der stärksten Partie ihres Turniers, den Gegner total mit S überspielt und souverän gewonnen
6. Runde
Und wenn man meint, man ist auf dem Tiefpunkt angekommen, dann gehts doch noch schlimmer. Nach einer eigentlich konzentrierten Leistung und ausnahmsweise mal ohne Zeitnot stellt Olaf im Endspiel einfach die Mehrfigur gegen den bisher punktlosen Tabellenletzten ein und spielt nur remis. Hinterher fragt man sich, wie so etwas passieren kann.
Sofie lässt schon früh den Tausch ihres wichtigen weißfeldrigen Läufers gegen den c6 Springer zu und steht schon früh kritisch. Dann aber gibt es den Moment, wo sie die Stellung öffnen könnte mit Bauerngewinn. Das verpasst sie und dann kommen ihre positionellen Schwächen zum Tragen und verliert danach chancenlos.
7. Runde
Olaf spielt die Eröffnung sehr konzentriert und aggressiv, verbraucht aber mal wieder viel zuviel Zeit. In dem Moment, in dem er Vorteil erlangen hätte können, bietet der Gegner remis. Da er die für ihn bessere Abwicklung gar nicht gesehen hatte, willigt er ein.
Sofie spielt zum Abschluß noch einmal eine solide Partie und remis.
8. Runde:
Sofie spielt ja nur 7 Runden und Olaf spielt mit S gegen den Tabellenzweiten. Mit S spielt er sehr scharf in der Englischen Eröffnung mit e5 und d5, später noch f5 und g5, verbraucht aber mal wieder viel zuviel Zeit. So kommt es wie es kommen muss, in einem total ausgeglichenen Endspiel verpasst er es, allerdings nach 28 Zügen nur noch mit dem increment, den T rechtzeitig zu aktivieren und gerät in ein verlorenes Endspiel. 3. Niederlage
9. Runde:
Während alle anderen remis geben und nach Hause fahren, will Olaf unbedingt noch eine Partie gewinnen, lehnt ein ganz frühes Remisangebot des FM ab und spielt gegen Königsindisch sehr scharf mit h4 und verzichtet ganz auf die Rochade. Im 20. Zug in sehr komplizierter Stellung bleiben nur noch 9 Minuten (wer hätte es gedacht) auf der Uhr, nimmt er ein remis Angebot des Gegners dann an.
Fazit:
Sofie spielt zu wenig und stagniert deshalb in ihren Leistungen bzw. sie schwanken sehr stark. Elo Verlust 28 Punkte
Olaf muss, auch im Hinblick auf die kommende Saison ganz dringend an seinem Zeitmanagement arbeiten. Jetzt war dies ja ein Rundenturnier und man konnte sich vorbereiten auf die Gegner und trotzdem war er fast jede Partie in Zeitnot. Das mit dem zweizügigen Figureneinsteller darf natürlich nicht passieren ! Auch er verliert fast 24 Elo Punkte. Eine Performance von 1954 ist nicht das, mit dem er zufrieden sein kann. Sollte er sich nächstes Jahr in Disentis wieder qualifizieren, muss da eine erhebliche Steigerung her.
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